Veranstaltungen 2012

Ein Überblick über die Veranstaltungen der Inititiative Minderheiten Tirol im Jahr 2012.


Interreligiöse Begegnungen

Gemeinschaft Afrikanisch-Österreichischer Katholiken

Gemeinschaft Afrikanisch-Österreichischer Katholiken

Gemeinschaft Afrikanisch-Österreichischer Katholiken
wöchentliche Chorprobe, monatlicher Gottesdienst

Die Gemeinschaft Afrikanisch-Österreichischer Katholiken (GAÖK) wurde von Daniel N. Dratele, Mitarbeiter der Initiative Minderheiten, gemeinsam mit FreundenInnen im September 2009 nach langwierigen Verhandlungen mit der Diözese gegründet und ist aus dem Afrika-Schwerpunkt der Initiative Minderheiten Tirol hervorgegangen.
Die GAÖK möchte einen Beitrag zum trans-kulturellen bzw. interreligiösen Integrationsprozess durch Begegnung, Interaktion und Zusammenarbeit mit anderen Kulturen und Religionen in der Innsbrucker Diözese leisten. Austausch, Dialog und Zusammenarbeit werden als große Chance für gegenseitige Bereicherung und Solidarität gesehen. Im Rahmen der GAÖK trifft sich einmal pro Woche ein Kirchenchor, an dem sich AfrikanerInnen und ÖsterreicherInnen beteiligen. Einmal pro Monat (am letzten Sonntag jeden Monats) wird ein Gottesdienst in der Servitenkirche in Innsbruck gefeiert. Nach jedem Gottesdienst findet eine kleine Agape und Beisammensein als Chance für Begegnung und Interaktion statt. Der Kirchenchor wird auch oft in verschiedenen Kirchen zum Singen eingeladen und wird heuer wieder ein multikulturelles Adventkonzert organisieren.


Buchpräsentation mit Diskussion

Sineb El Masrar

Sineb El Masrar

Sineb El Masrar: Muslim Girls. Wer wir sind, wie wir leben
9. Februar 2012, 19:00 Uhr, ArchFem, Zollerstraße 7, 6020 Innsbruck

Die Autorin Sineb El Masrar aus Berlin erzählt in ihrem Buch, wie die junge muslimische Frauengeneration ihr Leben lebt, was sie beeinflusst, wie sie um Unabhängigkeit kämpft und wo sie ihren Platz in der Gesellschaft sieht. Das Bild der muslimischen Frau in der Öffentlichkeit trifft nicht die Lebenswirklichkeit vieler junger Musliminnen. Sineb El Masrar spricht aus, was viele von ihnen denken: Augen auf, wir sind längst angekommen!

 

Über das Buch:
„Sineb El Masrar fängt ganz vorne an, da wo bei vielen gleich die ‚Vorurteilshamster in den Köpfen auf Hochtouren’ (S. 16) laufen. (…) Muslimische Frauen werden bemitleidet, ihre Emanzipation wird zentrales Interesse selbst der bayrischen Hausfrau, die in absoluter ökonomischer Abhängigkeit ihres Ehemannes steht. El Masrar verlangt nur eines: Zuhören. Und da das bislang kaum jemand möchte, macht sie mit diesem Buch einen Anfang – und erzählt erst einmal.“ (Heinz-Jürgen Voß auf: kritisch-lesen.de)

Sineb El Masrar, 1981 als Tochter marokkanischer Einwanderer in Hannover geboren, lebt und arbeitet in Berlin. Sie gründete u.a. 2006 das einzige multikulturelle Frauenmagazin Gazelle. 2006 Mitglied in der Arbeitsgruppe Medien und Integration der Integrationskonferenz im Kanzleramt und heute Teilnehmerin der Deutschen
Islam Konferenz. sinebelmasrar.de

Eine Veranstaltung initiiert von der Initiative Minderheiten Tirol in Kooperation mit AEP – Arbeitskreis für Emanzipation und Partnerschaft und ArchFem – Interdisziplinäres Archiv für Feministische Dokumentation.

Diskussionsabend & Theateraufführung & Musik & vieles mehr…

Afrikatag 2012 – Teil 1

Diskussionsabend: Leben mit afrikanischer Herkunft in Tirol – ein Glück?

Zum ersten Mal wurde 2012 der Afrikatag in zwei Teilen (an zwei verschiedenen Tagen und Orten), aber mit demselben Motto (“Migration ist Bildung“) veranstaltet. 9. März 2012, ab 18:00 Uhr, Haus der Begegnung, Rennweg 12, Innsbruck Bildung, Migration, Glück sind Begriffe, die zu den meist diskutierten Themen des aktuellen gesellschaftlichen Alltags zählen. Glück ist das begehrte Ziel sowohl von Bildung als auch von Migration. Bildung ist der Weg zur Selbst-Identität, Wahrheit und Wissen. Am Anfang des Weges zum Wissen steht die Begegnung, wobei Erfahrungen gemacht werden. Die Erinnerung an diese Erfahrungen aktualisiert unser Wissen über und von Etwas. Es wurde an jenem Abend über folgende Fragen diskutiert: Was heißt es, AfrikanerIn in Tirol zu sein? Wie können wir Self-Empowerment von Menschen afrikanischer Herkunft fördern? Und wie kann ein positiveres Afrikabild in Tirol geschaffen werden? DiskutantInnen: Rachel Aronokhale (Pastorin); Mag. Daniel N. Dratele (Initiative Minderheiten), Samuel Obeng (Schüler), Mag. Manuela Schweigkofler (Geschäftsführerin Haus der Begegnung).
Moderation: Mag.Walter Waltz Anyanwu (Verein IGI-Tirol)

Afrikatag 2012 – Teil 2

12. Mai, ab 16.30 Uhr, Stadtsäle Innsbruck

Glück ist das begehrte Ziel sowohl von Bildung als auch von Migration. Aus diesem Grund stand diese Veranstaltung im Zeichen des Glücks unter besonderer Berücksichtigung der spezifischen Situation von Menschen mit Migrationsgeschichten. Die Hervorbringung von Glücksmomenten im Leben lässt sich mit dem Märchen „Hans im Glück“ überzeugend darstellen. In diesem Märchen wird klar, wie der Mensch zu dem werden kann, der er ist: Mensch. Hans erkennt sich am Ende seiner „Bildungsreise“ als den glücklichsten Menschen unter der Sonne: er ist bei sich selbst angekommen. Die Schule ist eine Stufe des Weges zu Glück durch Bildung. Deshalb war es besonders erfreulich, in Zusammenarbeit mit den SchülerInnen und LehrerInnen der Kindergartenpädagogik Zams die Uraufführung der bearbeiteten Version von „Hans im Glück“ präsentieren zu können.

Programmschwerpunkte:
· Theateraufführung: Märchen „Hans im Glück“ in Kooperation mit der Bundeslehranstalt für Kindergartenpädagogik (BAKIP) Zams 8
· Bilder aus der Karateshow von Karatejuniorenweltmeister Xavis und seiner Kindergruppe
· Musik mit Ayakata Band, Diatta Demba und seiner Band, DJ: Emeka Uzochukwu
· Kulinarische Köstlichkeiten und Angebot für Kinderbetreuung.

Eine Veranstaltung von IGI-Tirol in Kooperation mit Initiative Minderheiten und Haus der Begegnung.

Kurzreferate & Filme & Diskussionsabend

Dinnerclub mit Politvisionen: Kultur – Geschichte – aktuelle politische Situation in Tschetschenien
2. Mai 2012, 19:00 Uhr, Integrationshaus, Gumppstraße 71, Innsbruck

Der im Frühjahr 2012 mit Unterstützung der Initiative Minderheiten neu gegründete Verein Kaukasus richtet sich in seiner Vereinstätigkeit an alle Menschen aus der Kaukasus-Region, die in Tirol leben, und möchte Menschen aus dieser Region bei der Integration unterstützen. Ein wichtiger Schwerpunkt der Vereinstätigkeit ist auch der Bereich der Kulturvermittlung und interkulturellen Begegnung. Im Rahmen des Dinnerclub wurde tschetschenisches Essen gekocht. Anschließend vermittelten engagierte Menschen des Vereins Kaukasus – u.a. ein derzeit in Deutschland im Exil lebender ehemaliger Minister und Schriftsteller – mittels Impulsreferaten und Kurzfilmen einen Einblick in die Geschichte und Kultur Tschetscheniens. Zum Abschluss bestand die rege genützte Möglichkeit, über die jüngste Geschichte und die aktuelle Situation in Tschetschenien zu diskutieren.

Eine Veranstaltung initiiert von der Initiative Minderheiten und dem Verein Kaukasus in Kooperation mit dem Caritas-Integrationshaus.

Interreligiöser Dialog – Vortrag & Workshops & Austausch

Tag des Dialogs 2012: Mit-Leid. Individuelle und soziale Dimensionen von Leid
4. Mai 2012, 15:00 bis 20:00 Uhr, Haus der Begegnung, Rennweg 12, Innsbruck

Zerbrochene Beziehungen, der Verlust von geliebten Menschen, eigene Schuld als besondere Erfahrung von Leid – Religionen und Weltanschauungen befassen sich mit der Frage nach dem Sinn von Leid und versuchen, Antworten zu geben. Der Tag des Dialogs 2012 befasste sich mit diesen Fragen unter Einbindung möglichst vieler religiöser und weltanschaulicher Zugänge.

15:00 Uhr Begrüßung und Impulsvortrag:
Univ.-Prof. DDr. Gerhard LEIBOLD, Institut für christliche Philosophie, Kath.-Theolog. Fakultät, Universität Innsbruck

16.30 Uhr parallele Gesprächskreise:
Gesprächskreis: Abschied und Trauerarbeit
BestatterInnen sind zunehmend gefragt, angemessene Angebote für Abschiede von Menschen unterschiedlicher Weltanschauungen und Religionen und der Trauer ihrer
Angehörigen zu machen. Erik Neumair berichtete von seinen Erfahrungen. (Erik NEUMAIR, Bestatter bei Erik Neumair Bestattungen, Innsbruck)

Gesprächskreis: Nähe und Distanz
Im Umgang mit Leid und Leidenden ist es nicht immer einfach, den geeigneten Abstand bzw. die angemessene Nähe zu finden, um Betroffenen eine Hilfestellung bieten zu können. Wieweit darf ich mich selbst berühren lassen und mit-leiden? Wie kann ich mich auch ein Stück weit vor diesem Mit-Leiden schützen? – Fragen, die in diesem Workshop behandelt wurden. (Pfarrer Eberhard MEHL, evangel. Klinik und Gefängnisseelsorger, Innsbruck; Dr.in Ulrike ÖHLER, Psychologin und Theologin, Innsbruck/Brixen)

18.00 Uhr parallele Gesprächskreise:
Gesprächskreis: Beweggründe für soziales Engagement
Menschen engagieren sich mit unterschiedlichem weltanschaulichem und religiösem Hintergrund gegen viele Arten von Leid und für soziale Antworten der gegenseitigen
Unterstützung. Drei Personen berichteten aus ihrem persönlichen Engagement (Kurt BÜCHLMANN, ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit und Cosmopolitan Activist; Dipl. Päd.in Hülya EKINCI, Frauenreferentin der Islamischen Gemeinde Tirol; Maria DEJEAN DE LA BATIE, Pfarrgemeinderätin, Bildungswerkleiterin in der Pfarre Dreiheiligen und Ehrenamtliche in der Diözese und Caritas).

Gesprächskreis: Riten im Umgang mit Leid
Viele Religionen bieten Riten an, mit Leid angemessen umgehen zu können. Diese Angebote aus unterschiedlichen Religionen und Weltanschauungen standen im Zentrum dieses Gesprächskreises (Mag. Hugo KLINGLER, Buddhistischer Religionslehrer AHS, Innsbruck; Murielle BELHASSEN, Mitglied der Israelitischen Kultusgemeinde für Tirol und Vorarlberg, Innsbruck; Taramati GHELANI, Indische Gemeinschaft –Tirol).

19.30 Uhr Plenum mit Abschluss

Eine Veranstaltung von Initiative Minderheiten Tirol, Friede-Institut für Dialog, Caritas- Integrationshaus, Haus der Begegnung, Christlich-muslimische Dialoggruppe, Evangelisches Bildungswerk in Tirol, Friede – Institut für Dialog und Israelitische Kultusgemeinde für Tirol und Vorarlberg.

Filmvorführung mit Diskussion & Gedenkfahrt

Film: La Guerre est finie, 8. Juni 2012

Auch 2012 beteiligte sich die Initiative Minderheiten im Rahmen des Süd-Osteuropa-Schwerpunktes am Internationalen Filmfestival: Im Süd-Osteuropa-Schwerpunkt wurde der Film „La Guerre est finie“ (Schweiz/Mazedonien 2010, Regie: Mitko Panov, 106 min, DCP, OmeU) gezeigt.

Filmbeschreibung: Die Rahmanis und ihre drei Kinder flüchteten 1999 während des Kosovokrieges in die Schweiz. Nach Jahren in ihrem neuen Heimatland sehen sie sich plötzlich mit der Zwangsausweisung konfrontiert. Im verzweifelten Wunsch bleiben zu können, versucht der Familienvater, der ehemalige Musiklehrer Rasim, einen albanische Tanzclub auf die Beine zu stellen, um unterstützende Unterschriften zu sammeln…
Der Film wechselt immer wieder die Zeitebenen und zeigt so, wie sich der liebevolle Lehrer und Vater in einen verängstigten, verzweifelten und entwurzelten Flüchtling in der Schweiz verwandelt.

Im Anschluss an den Film diskutierte Daniel Dratele, Mitarbeiter der Initiative Minderheiten, mit dem Kameramann Piotr Jaxa.

Eine Kooperationsveranstaltung mit dem Internationalen Filmfestival Innsbruck.

8. Gedenkfahrt: Srebrenica 1995 vom 2. bis 12. Juli 2012

Als Fortsetzung der Veranstaltungen „Andacht und Aufarbeitung Srebrenica 1995“ wurde auch 2012 eine Gedenkfahrt nach Potocari/Srebrenica organisiert.

Eine Kooperationsveranstaltung von Friede – Institut für Dialog und Initiative Minderheiten Tirol.

Ausstellung von Bildern & Musikalische Begegnungen & Filme & und vieles mehr…

Veranstaltungen_2012_03Initiative Minderheiten Tirol: Übersiedelt & neu Angekommen
12. Juni, ab 16:30 Uhr, Jahnstraße 17, Innsbruck

Anlässlich des Umzuges in neue – barrierefreie – Räumlichkeiten wurde am 12. Juni ein vielfältiges Programm für die BesucherInnen geboten, ein auf das Kommen – und – Gehen in doch eher kleineren Räumlichkeiten ausgerichtetes Kulturprogramm:

 

Veranstaltungen_2012_0417:00 Uhr:
Bilder von Martin Schauer
mit einleitenden Worten seines Assistenten Christoph Köfler
Anschließender Kurzfilm: „Martin Schauer – am Wegrand zur Kunst“ (Film von Cara Fessler, 2006)

 

 

 

 

 

Veranstaltungen_2012_05 Veranstaltungen_2012_0617:30 Uhr und 19:00 Uhr:
MandeSongs – Musik aus Westafrika
(Senegal, Burkina-Faso und Mali)
Es spielten die Musiker Eric Bayala und Demba Diatta

18:00 und 18:30 Uhr
Kurzfilme gegen Rassismus:
Noch Fragen? (Film von Manoocher Khoshbakht, D 2003)
Schwarzfahrer (Film von Pepe Danquart, D 1992)

 


Vortrag mit Diskussion

Lann Hornscheidt: Alltägliche sexistische und rassistische Diskriminierungen
12. Juni 2012, 20.00 Uhr, Haus der Begegnung, Rennweg 12, Innsbruck

Laufend begegnen uns und produzieren wir sexistische und rassistische Diskriminierungen, zumeist ohne dass wir sie gewahr werden. Anhand konkreter Beispiele aus ganz alltäglichen Situationen und „normalen“ Gesprächen hat die Referentin diese Diskriminierungen sichtbar gemacht und erläutert, wie deren Hintergrund analysiert werden kann.
Prof. Lann Hornscheidt ist Professorin für Gender Studies und Sprachanalyse, Humboldt Universität Berlin, Zentrum für transdisziplinäre Gender Studies.

Eine Kooperationsveranstaltung von Initiative Minderheiten Tirol, Arbeitskreis Emanzipation und Partnerschaft – AEP; ArchFem – Interdisziplinäres Archiv für feministische Dokumentation; Büro für Gleichstellung und Gender Studies / Bereich Gender Studies der Universität Innsbruck; Haus der Begegnung.

Workshop / Konferenz & Lesung

Polyphone Geschichte(n): Schreiben – Einschreiben – Teilhaben
Migration und Geschichte / Literatur / Medien & Politik
20./ 21. Juni, Die Bäckerei, Dreiheiligenstraße 21a, Innsbruck

Nach einem Eröffnungsabend mit einem Vortrag des US-amerikanischen Literaturwissenschaftlers Michael Rothberg („Multidirectional Memory“), der die Frage nach dem historischen Gedächtnis in der Migrationsgesellschaft aufgeworfen und damit internationale Debatten ausgelöst hat, wurden mit Geschichte, Literatur und Medien & Politik drei unterschiedliche Felder und Formen von Repräsentation in ihrer Beziehung zu Migration diskutiert. Repräsentationen spielen generell eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit Migration in unserer Gesellschaft: symbolisch wie realpolitisch, als Mittel der Anerkennung wie der Ausgrenzung.

ReferentInnen und Workshop-LeiterInnen:
Univ.-Prof.in Mag.a Dr.in Erna Appelt, Institut für Politikwissenschaft, Universität Innsbruck, Mag.a Vida Bakondy, Wien, Mag. Ljubomir Bratić, Freier Wissenschafter, Mitarbeiter IG Kultur Österreich, Wien, Prof. Dr. Gino Carmine Chiellino, Vergleichende Literaturwissenschaft, Universität Augsburg, Mag. Dr. Wladimir Fischer, Institut für Geschichte, Universität Wien, Mag.a Elisabeth Gensluckner, Initiative Minderheiten Tirol, Innsbruck, ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Birgit Mertz-Baumgartner, Institut für Romanistik, Universität Innsbruck, Prof. Dr. Michael Rothberg, Department of English, University of Illinois at Urbana-Champaign, Priv.-Doz. Mag. Dr. Dirk Rupnow, Institut für Zeitgeschichte, Universität Innsbruck, Prof. Dr. Yasemin Yildiz, Department of Germanic Languages and Literatures, University of Illinois at Urbana-Champaign

Veranstaltungen_2012_0720. Juni 2012, 18:00-20:00 Uhr
Keynote Lecture: Michael Rothberg: Migrant Archives and Multidirectional Memory in Contemporary Germany
Moderation: Dirk Rupnow

 

 

Veranstaltungen_2012_0821. Juni 2012, 10:00-12:00 Uhr
Panel 1: Migration und Geschichte
Chair: Dirk Rupnow
Wladimir Fischer: Desperately looking for the migrant subject. Südslaven in Wien, 1900 / 1970
Vida Bakondy: Fragmentarisch und marginalisiert. Migrationsgeschichte in Österreich nach 1945

 

Veranstaltungen_2012_0913:30-15:30 Uhr
Panel 2: Migration und Literatur
Chair: Birgit Mertz-Baumgartner
Yasemin Yildiz: Postmonolinguale Verhältnisse. Deutsch-Türkische Sprachexperimente in Literatur und Film
Gino Carmine Chiellino: Italienische Autoren in Deutschland und ihr Beitrag zur italienischen Sprache und Literatur

 

Veranstaltungen_2012_1016:00-18:00 Uhr
Panel 3: Medien & Politik
Chair: Elisabeth Gensluckner
Erna Appelt: Demokratie oder die Kunst der Grenzziehung
Ljubomir Bratić: Selbstorganisierung und Medien MIT, FÜR und VON MigrantInnen in Österreich

 

19:30-21:00 Uhr
Lesung in der Buchhandlung liber wiederin, Erlerstrasse 6, Innsbruck
Moderation: Birgit Mertz-Baumgartner
Gino Carmine Chiellino: Landschaft aus Menschen und Tagen. Gedichte (Hanser 2010)

Eine Kooperationsveranstaltung der universitären Forschungsplattform CEnt, des Instituts für Zeitgeschichte, des Instituts für Romanistik und der Initiative Minderheiten Tirol.

Symposium – Vorträge & Debatte

Veranstaltungen_2012_11Von der „Ausländerkriminalität“ zum „kriminellen Asylwerber“:
„Kriminalität“ und Migration/Flucht in politischen und medialen Diskursen
22. Juni 2012, 16:00 bis 20:00 Uhr, Haus der Begegnung, Rennweg 12, Innsbruck

Sei es auf Wahlplakaten, in Medienberichten oder bei Aussagen von PolitikerInnen: Die Rede vom „kriminellen Asylwerber“, von sogenannter „Ausländerkriminalität“ oder „islamischen Terroristen“ und entsprechende Vorstellungen von Wir/Die Anderen („Daham statt Islam“) sind mittlerweile schon zur Normalität geworden. Was aber bedeuten solche Vorurteile gegenüber einer Minderheit für eine demokratische Gesellschaft? Wie können sie kritisch analysiert und entkräftet werden?
Im Rahmen dieses Symposiums wurde aus unterschiedlichen Perspektiven u.a. den Fragen nachgegangen, wie sich solche Zuschreibungen vor dem Hintergrund statistischer Daten darstellen und auf welche Weise diese in medialen Diskursen hergestellt werden.
Moderation der Veranstaltung: Dr. Benedikt Sauer (Journalist und Buchautor)

Veranstaltungen_2012_1216:00 Uhr: Vortrag von Alexander Zierl: Kriminalität von AusländerInnen: Was sagen uns Fakten und Daten?
Auf Grundlage der österreichischen Sicherheitsberichterstattung wurden statistische Daten und Fakten betreffend Kriminalität von AusländerInnen dargelegt. Durch die Verwendung dieser Materialien konnte gezeigt werden, inwiefern Migration und Kriminalität miteinander verknüpft werden und wie wir das interpretieren können.
Dr. Alexander Zierl, Universitätsassistent am Institut für Strafrecht, Strafprozessrecht und Kriminologie in Innsbruck.

 

17:30 Uhr: Vortrag von Sebastian Reinfeldt: Figuren des Kriminellen: „Marokkaner-Diebe“, „ausländische Banden“, „illegale Einwanderer“ Analysen zur Konjunktur rassistischer Diskurse und Ideologeme

Rassismus entfaltet seine menschenverachtende und auch tödliche Wirksamkeit durch einen recht einfachen Mechanismus: die tägliche Wiederholung der gleichen Muster, in Form von Zeitungstexten, den alltäglichen Gesprächen am Arbeitsplatz oder zu Hause und in bildlichen Darstellungen. In diesen Diskursen finden sich sowohl „klassisch“ rassistische Muster (z.B. Südländer werden barttragend und dunkelhäutig dargestellt) als auch kulturrassistische Zuschreibungen: aufgrund der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe und deren als homogen gedachten Kultur werden jedem Individuum die gleichen Eigenschaften zugesprochen (z.B. gelten islamgläubige Menschen als potentiell fanatisch). Das Aufspüren und Sichtbar-Machen solcher Muster entkräftigt diese leider nicht, sie bestehen weiter, obwohl auch die BenutzerInnen wissen, dass sie „eigentlich nicht stimmen“. Diese Muster können je nach politischer Konjunktur beliebig aktiviert werden. Nur stellen sich die Fragen: von wem? Und warum?
Dr.phil. Sebastian Reinfeldt, Mitarbeiter beim DISS Duisburg (Duisburger Institut für Sozial- und Sprachforschung), beschäftigt sich seit 25 Jahren mit kritischer Rassismusforschung und Diskursanalyse. Zu seinen Themengebieten gehören außerdem politische Philosophie, Staats- und Demokratietheorie. Derzeit arbeitet er
an einem Projekt zu Populismus und autoritären Demokratieformen.

18:45 Uhr: Abschließende Diskussionsrunde
Die abschließende Diskussionsrunde nahm die weit verbreiteten Vorstellungen über Zusammenhänge von Kriminalität und Migration, die Zuschreibungen an Menschen
mit nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft und deren politisch-populistischen Einsatz zum Ausgangspunkt. Vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Umgangs mit Kriminalität, Devianz und abweichendem Verhalten und der oft vorrangig repressiven Antworten wurde u.a. über Interventionsmöglichkeiten, Veränderungspotentiale in den Medien und die Verantwortung von PolitikerInnen, sich populistischen Argumenten entgegenzustellen, diskutiert. Einen zentralen Schwerpunkt der Diskussion bildeten die Potenziale künstlerisch-kreativer Interventionen.

Es diskutierten untereinander und mit dem Publikum: Sebastian Reinfeldt (DISSDuisburg), Waltraud Kreidl (Soziologin und Lektorin am MCI Innsbruck, Studiengang Soziale Arbeit), Lisa Gensluckner (Initiative Minderheiten Tirol) und Herbert Auderer (Fluchtpunkt. Hilfe – Beratung – Intervention für Flüchtlinge).

Büchertisch zum Thema – bereitgestellt von der Buchhandlung Liber Wiederin.

Eine Veranstaltung initiiert von der Initiative Minderheiten Tirol in Kooperation mit dem Haus der Begegnung, Caritas Integrationshaus und Friede-Institut für Dialog.

Musik der Welten in Tirol

Veranstaltungen_2012_14Echos der Vielfalt
23. Juni 2012, 20:00 Uhr, Treibhaus Innsbruck

Konzertabend mit MusikerInnen aus Argentinien, Bosnien, Cuba, Nigeria, Peru, Türkei und Österreich:
· Orient Okzident Express
· Ayakata Dance Group
· Memorias (Gina Duenas & Friends)
· Duo Silvia und Raul Funes
· Divan Dulip

Veranstaltungen_2012_15 Veranstaltungen_2012_13

Eine Kooperationsveranstaltung vom Institut für Volkskultur- und Kulturenentwicklung, Haus der Begegnung, Abteilung Musikalische Volkskunde/Mozarteum und Initiative Minderheiten Tirol.

Workshop

Workshop mit Jugendlichen: Flucht und Migration in Österreich
2. Juli 2012, 14:00 bis 16:00 Uhr

Am 2. Juli besuchte die Initiative Minderheiten eine Schulklasse mit 25 SchülerInnen. Zu Flucht und Migration in Österreich und zu den Herausforderungen einer pluralen
Migrationsgesellschaft arbeiteten mit den Jugendlichen Lisa Gensluckner und Daniel Dratele (Initiative Minderheiten) sowie Herbert Auderer (Fluchtpunkt. Hilfe – Beratung – Intervention für Flüchtlinge).


Tanzworkshop im Rahmen des Innsbrucker Ferienzuges

Tanzworkshop zu Afrikanischen Rhythmen
13. bis 17. August 2012, jeweils 9:00-14:00 Uhr

In diesem Workshopangebot wurden Tanzen, Trommeln und Beatboxing miteinander verbunden. Zum Abschluss präsentierten die beteiligten Kinder am Freitag, den 17. August, ihren Eltern, was sie bei dem Workshop gelernt hatten. Konzeptionelle Überlegungen: Ein gelebter Integrationsprozess benötigt ein sicheres Lebensgefühl ebenso wie einen lebendigen Rhythmus, und darf/soll Neugier, Interesse und Sich-Einlassen auf das Andere und auf die Vielfalt erwecken. Gelebte Integration darf und soll Spaß, Lebensfreude, Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl vermitteln. Über den Weg der Auseinandersetzung mit Tanz, Rhythmus, Bewegung erfolgt eine Form der differenzierten Kulturvermittlung, die nicht nur zur gelebten Integration beiträgt, sondern auch das kulturelle Verständnis für die Vielfältigkeit der Ausdrucksweisen von Tanz, Rhythmus und Bewegung ermöglicht. Dieses Konzept haben wir im Rahmen dieses Workshops umzusetzen versucht.

Eine Veranstaltung der Initiative zur gelebten Integration (IGI-Tirol) in Kooperation mit derInitiative Minderheiten Tirol.

Lesung von Gedichten & Musik & Vorträge & Film & Ausstellungen & vieles mehr

Veranstaltungsreihe: Europas verdrängte Minderheiten
Roma und Jenische in Geschichte und Gegenwart

Veranstaltungen_2012_16Die Geschichte von Roma und Jenischen ist geprägt von Verfolgung, Ausgrenzung und Diskriminierung. Über die auch in Tirol in der letzten Zeit gehäuften Medienberichte werden Vorurteile und Diskriminierungen fortgesetzt. Die Veranstaltungsreihe hat vor diesem Hintergrund einen Beitrag zu einem nichtvorurteilsbeladenen Wissen über Geschichte, Kultur, Lebensverhältnisse und die aktuelle Situation dieser sehr heterogenen Minderheiten geleistet. Thematisiert wurden aus historischer Perspektive Verfolgung und Traumatisierung in der Zeit des Nationalsozialismus und das Fortwirken von Ausgrenzung und Diskriminierung nach 1945 sowie gegenwärtige Lebensverhältnisse und aktuelle Probleme. Mit Blick auf das künstlerisch-kreative Schaffen treten Minderheitenangehörige selbst als handelnde Subjekte hervor, die ihre eigenen Wahrnehmungen und Perspektiven einbringen. Um Geschichte präsent zu halten, wurde bei dieser Veranstaltungsreihe auch eine aus 13 Schautafeln bestehende, von Univ. Prof. Dr. Erika Thurner konzipierte Ausstellung über Verfolgung und Ermordung von Roma und Sinti im Nationalsozialismus gezeigt.

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Ausstellung: Peskere jakhenca – mit eigenen Augen
Romani Kinder und Jugendliche zeigen ihr Dorf Roškovce

18. September bis 10. Oktober 2012, Haus der Begegnung, Rennweg 12, Innsbruck

Veranstaltungen_2012_17Klassische „Roma-Fotografie“ bedient sich vieler Stereotypen: Schmutz, Armut und Hoffnungslosigkeit sind oft abgebildet. Um endlich auch ein anderes Bild zu zeigen, wurden Romani Kinder und Jugendliche selbst mit Kameras ausgestattet und eingeladen, nach Lust und Laune in ihrer eigenen Umgebung zu fotografieren. Ihre Umgebung – das heißt das Dorf Roškovce in der Zentralslowakei, in dem zur Zeit ca. 350-400 Roma (Männer) und Romnija (Frauen) leben. Die Bilder offenbaren einen „normalen“ Alltag, wie er in jedem ganz gewöhnlichen Dorf vorkommen könnte. Sie stellen die Unterschiede in Frage, die sonst die Wahrnehmung von Roma und Romnija ausmachen.
peskere jakhenca – mit eigenen augen

Workshops für Jugendliche / Schulklassen:

Im Rahmen dieser Ausstellung wurden zweistündige Workshops mit SchülerInnen durchgeführt: Ausgehend von den Bildern der Ausstellung erhielten die Jugendlichen weiters Hintergrundinformationen zur Geschichte und Kultur von Roma. Im dritten Teil der Workshops wurden anhand von ausgewählten Zeitungsartikeln tirolspezifische Problemstellungen thematisiert.
Leitung: Mag.a Lisa Gensluckner, Politikwissenschaftlerin, Initiative Minderheiten Tirol

Darüber hinaus haben Schulklassen die Ausstellung auch ohne begleitende Workshops besucht, weiters hat eine Schulklasse die jenische Autorin und Vorstandsmitglied der
Initiative Minderheiten, Sieglinde Schauer-Glatz, zu einer Lesung von Gedichten und zu einer Diskussionsrunde eingeladen. Im Kontext dieser Ausstellung wurde weiters ein Workshop der beiden ProjektleiterInnen, Stefan Benedik und Barbara Tiefenthaler, mit Studierenden durchgeführt:
Workshop: Künstlerisch-fotografische Umsetzung von Empowerment-Projekten am Beispiel von Peskere Jakhenca

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Die Jenischen: verfolgt und diskriminiert, aber nicht gebrochen

Veranstaltungen_2012_18Lesung von Gedichten und Vortrag mit Diskussion
18. September 2012, 19:00 Uhr, Haus der Begegnung, Rennweg 12, Innsbruck

Die Geschichte der Jenischen ist in erster Linie eine Geschichte von Armut, Verfolgung, Diskriminierung und Ächtung. In der Nazizeit als „Asoziale“ verfolgt, registriert, deportiert, sterilisiert und der Euthanasie zugeführt, fehlte nach 1945 in Politik und Gesellschaft dennoch ein Unrechtsbewusstsein. Jenische Kinder gerieten verstärkt in das Gewaltregime der Erziehungsheime. Horst Schreiber lenkt in seinem Vortrag den Blick auf diesen menschenverachtenden Umgang mit den Jenischen, aber auch auf ihr Ringen um ein Leben in Würde, auf ihren Reichtum an handwerklichem Geschick und künstlerischem Ausdruck.
Am Beginn des Abends hat Sieglinde Schauer-Glatz Gedichte gelesen.

Veranstaltungen_2012_19

Lesung: Sieglinde SCHAUER-GLATZ, Jenische Autorin, Innsbruck
Referent: Dr. Horst SCHREIBER, Historiker, habilitiert am Institut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck, Leiter von erinnern.at in Tirol, Vorstandsmitglied der Michael-Gaismair-Gesellschaft, Initiator der Aufarbeitung der Gewaltpraktiken in der Heimerziehung und Kinderpsychiatrie in Tirol, Innsbruck

 

 

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Filmabend mit Diskussion: Ceija Stojka – Das Portrait einer Romni

ceija-stojka_1Österreich 1999 – Regie und Buch: Karin Berger – Dokumentarfilm – 85 Min. – ab 12 Jahren
27. September 2012, 19 Uhr, Haus der Begegnung, Rennweg 12, Innsbruck

„Ich weiß nicht, welche Vorstellungen sie von uns haben. Mit Zigeunerkitteln, breiten Kitteln und eben diese Geigenmusik. So, glaube ich, stellen sich die Leute die Zigeuner vor: Lustig!“, so die Schwiegertochter von Ceija Stojka, Gabriele Stojka. Ceija ist eine österreichische Romni, die in ihrer Kindheit noch Reisende war und seit langem als Autorin, Malerin und Sängerin in Wien lebt. In nationalsozialistischen Konzentrationslagern verlor sie beinahe ihre gesamte Familie. Ausgehend vom gegenwärtigen Leben wird in Rückblenden, die mit einzigartigem Archivmaterial bestückt sind, das Leben einer faszinierenden Frau vorgestellt, die repräsentativ für die Öffnung der Roma gegenüber der Welt der „Gadje“ (Nicht-Roma) steht. karinberger.at

Moderation: Univ.-Ass.in Dr.in Beate EDER-JORDAN, Innsbrucker Vergleichende Literaturwissenschaft, Institut für Sprachen und Literaturen; Forschungsschwerpunkte:
Literatur, Kunst und Kultur von Minderheiten, Eigen- und Fremdbilder, kulturelles Gedächtnis, Minderheiten im Nationalsozialismus, Innsbruck

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Midissage: Mit eigenen Augen – Roma-Kinder fotografieren ihr Dorf und ihren Alltag

1. Oktober 2012, 19 Uhr, Haus der Begegnung, Rennweg 12, Innsbruck

Veranstaltungen_2012_21Fotos, auf denen Romani-Kinder zu sehen sind, erlebten in den letzten Jahren einen regelrechten Boom. Das Projekt „Mit eigenen Augen“ änderte die Perspektive: Kinder
und Jugendliche aus dem kleinen Dorf Roškovce in der Slowakei wurden mit Kameras ausgestattet und eingeladen, nach Lust und Laune in ihrer eigenen Umgebung zu fotografieren. Ziel des Projektes „Mit eigenen Augen“ war es, einen alternativen fotografischen Zugang zu Roma und Romnija zu etablieren. Am wichtigsten war es, den Kindern eine Möglichkeit zu geben, ihr Umfeld so zu zeigen, wie sie es gerne zeigen möchten – ihr Leben, ihre Freunde, ihre Familie in einer Art und Weise zu präsentieren, die ihnen selbst gefällt. Die beiden Leitenden des Projektes gaben an diesem Abend Hintergrundinformationen und stellten einige Bilder genauer vor. peskere jakhenca – mit eigenen augen

Mit musikalischen Beiträgen von Geza (Geige) und Zsolt (Akkordeon).

Veranstaltungen_2012_20

ReferentInnen: Mag. Stefan BENEDIK, Historiker und Kulturwissenschafter, Arbeiten zu Minderheiten in der tschechoslowakischen Zwischenkriegszeit, Alltagskulturen,
Wahrnehmung und Darstellung von Romani MigrantInnen u.v.a., Graz und Mag.a Barbara TIEFENBACHER, Romistin und Slawistin, Vorstandsmitglied im Verein „Romano Centro – Verein für Roma”, wissenschaftliche Arbeiten zu unterschiedlichen romistischen Themenstellungen, Wien

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Vortrag und Diskussion: Europäische Roma – Roma in Europa

8. Oktober 2012, 19.30 Uhr, Haus der Begegnung, Rennweg 12, Innsbruck

Veranstaltungen_2012_22Roma sind nicht nur die größte Minderheit in (EU)-Europa, sie sind auch die am stärksten von Armut, Ausgrenzung und Diskriminierung bedrohte Bevölkerungsgruppe. Sie begreifen sich als Bürger ihrer jeweiligen Nationalstaaten, beabsichtigen keine eigene Nationsgründung. Doch solange sie in ihren Herkunftsländern keine Existenz- und Entwicklungsmöglichkeiten vorfinden (90prozentige Arbeitslosigkeit), solange sie in einigen Ländern (Rumänien, Bulgarien, Ungarn, Slowakei, Kosovo) an Leib und Leben bedroht sind, wählen sie den Weg in den Westen. Und der Westen reagiert mit Ablehnung, versucht sie zu kriminalisieren und als „betrügerische Bettelbanden“ abzuschieben – auch in Missachtung ihrer Rechte als Unions-BürgerInnen. Parallel dazu läuft die große Rahmenstrategie von EU-Kommission und Europa-Rat an, die Antidiskriminierungsmaßnahmen setzt und alle Mitgliedsländer zur umfassenden Inklusion der Roma bis zum Jahr 2020 verpflichtet.

Referentin: Ao. Univ.-Prof.in Dr.in Erika THURNER, Institut für Politikwissenschaft, Universität Innsbruck, Schwerpunkte: Minderheiten- und Migrationsforschung, Frauengeschichte und feministische Forschung

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Diskussionsrunde: Aktuelle Probleme der Roma in Tirol

10. Oktober 2012, 19.30 Uhr, Haus der Begegnung, Rennweg 12, Innsbruck

Veranstaltungen_2012_24Auch in Tirol werden Roma als Minderheit diskriminiert. Mythen über „organisierte Banden“ oder Menschenhändler oder die Vorstellung, es gäbe ohnehin genügend Hilfestellungen und Unterstützung, dienen zur Rechtfertigung der Vertreibung von Roma. Auch in der Medienberichterstattung und in der Politik dominiert die Kriminalisierung dieser armutsbetroffenen Gruppe. Auf der anderen Seite gibt es viele engagierte Menschen, die u.a. gegen Bettelverbote und die Vertreibung aus dem öffentlichen Raum oder auch für einen Durchreiseplatz in Tirol eintreten.

Veranstaltungen_2012_23Es diskutierten: Berti RADU, KFZ-Mechaniker, Balkan Fratelli Band; Dr. Jussuf WINDISCHER, Koordinator der Plattform Roma Tirol, Innsbruck; Univ.-Ass.in Dr.in Beate EDER-JORDAN, Vergleichende Literaturwissenschaft, Universität Innsbruck; Mag. Gerhard FRITZ, Stadtrat, u.a. zuständig für Integration; Mag.a Ingrid FELIPE, Landtagsabgeordnete, Landessprecherin der Tiroler Grünen. Moderation: Dr. Benedikt Sauer (Journalist und Buchautor).

Mit musikalischen Beiträgen von Geza (Geige) und Zsolt (Akkordeon).

Eine Veranstaltungsreihe von Initiative Minderheiten Tirol und Haus der Begegnung in Kooperation mit Caritas Integrationshaus, Roma Plattform Tirol und Friede – Institut für Dialog.

Märchen & Musik & Tanz und vieles mehr…

Bondeko, Österreichisch-afrikanische Begegnungen
27. Oktober 2012, ab 14:00 Uhr, Cafe De Central, Hallerstr. 1, Innsbruck

BONDEKO – Freundschaft: Begegnung im Rahmen des Afrika-SchwerpunktesBondeko bedeutet Freundschaft. Wir bieten Raum für Begegnung und Beisammensein mit folgenden Zielen:
· Förderung kultureller Kreativität und Erfahrung
· Begegnung, Sich kennen lernen, miteinander Spaß haben

 

Nachmittagsprogramm für Eltern mit Kindern (14:00 bis 18:00 Uhr):
· Kreatives Malen
· Märchen-Lesung/Erzählung

Abendprogramm: Jugendliche zeigen ihren Talent (19:30 bis 23:00 Uhr)
Playback * Rap * Beat-Box * Breakdance * Live-Musik * Gedichte und Slam * Sketch * Schauspiel- Bar * Film mit Diskussion

Eveningparty (23:00 bis 5:00 Uhr): Disco mit Musik aus aller Welt

Eine Veranstaltung der Initiative Minderheiten mit SahelTirol. Association for cooperation and cultural exchange.

Interreligiöse Begegnungen & Konzert

Transkulturelles Weihnachtskonzert
8.12.2012, ab 17:00 Uhr, Haus der Begegnung, Rennweg 12, Innsbruck

Das traditionelle Weihnachtskonzert des von der Initiative Minderheiten unterstützten „African-Austrian Choir“ fand in diesem Jahr im Haus der Begegnung statt mit dem
Angebot einer Agape. Das Motto des Konzertabends war: Einheit in Vielfalt.
Leitung: Mag. Sigismund Somnia & Frau Stella Maduako


Sonstige Aktivitäten

Die Initiative Minderheiten war bei mehreren Anlässen mit einem Informationsstand vertreten. Wir haben uns im Jahr 2012 auch erstmals am 13. Oktober bei „In(n)love– Tirols TransSchwuLesBisches Straßenfest“ beteiligt und waren mit einem Informationsstand vor Ort präsent.

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Außerdem hat sich die Geschäftsführerin Lisa Gensluckner u.a. mit minderheitenspezifischen Statements an folgenden Veranstaltungen beteiligt:
· Innsbrucker Gender Lectures: Kommentar zum Vortrag von Prof. Barbara Holland-Cunz: „Postdemokratie“, 8. Mai 2012, Sowi – Hörsaal 2, Innsbruck.
· Buchpäsentation von Hans-Henning Scharsach: „Strache – Im braunen Sumpf“ mit Beiträgen von Reinhold Gärtner, Lisa Gensluckner und Heribert Schiedel, 16. Oktober 2012, 19:00 Uhr, Aula der Alten Universität, Innrain 52, Innsbruck.

Teilnahme am „Mediengespräch Integration“, 8. Mai 2012, JUFF, Integrationsreferat/LR Gerhard Reheis